Do you speak Zen? Lexikon
A
Association Zen Internationale (AZI) : Die AZI ist eine internationale Zen-buddhistische Vereinigung.
Die AZI ist eine internationale buddhistische Vereinigung, die 1970 vom Zen-Meister Taisen Deshimaru gegründet wurde. Die AZI verfolgt das Ziel, die Praxis und die Lehren des Zen den Menschen in Europa zugänglich zu machen. Sie ist heute die größte zen-buddhistische Gruppe in Europa und ihr gehören mehr als rund 200 Dōjōs und Zengruppen an.
B
Banka: Die Abendzeremonie des rituellen Gesangs.
Die Abendzeremonie (Banka) stellt eine von drei Zeremonien des rituellen Singens dar, welche gemeinsam mit der Morgenzeremonie (siehe Chôka) und der Mittagszeremonie täglich in einem Zen-Kloster abgehalten werden. Die Abendzeremonie findet vor Dämmerung in der Haupthalle (Butsuden) statt und umfasst das Rezitieren verschiedener Sutras. In der Literatur wird sie zudem als „Banka Fugin“ bezeichnet.
Bodaishin: Das Streben nach Erwachen.
Bodaishin im Japanischen oder Bodhichitta im Sanskrit ist in der buddhistischen Lehre das Streben nach Erleuchtung (Bodhi), die selbstlose Entschlossenheit, das Ziel der Erleuchtung nicht aus Eigennutz, sondern zum Wohle aller Wesen zu erlangen. Das Wort Bodhichitta setzt sich aus den Wörtern Bodhi und Citta ‚Geist‘, ‚Emotion‘, ‚Gedanke‘ zusammen und wird daher mit ‚Erleuchtungsgeist‘ oder ‚Geist der Erleuchtung‘ übersetzt.
Bodhisattva: "Erwachtes Wesen".
Im Mahayana-Buddhismus ist der Bodhisattva ein Wesen voller Mitgefühl, das sich ganz der Aufgabe widmet, die anderen zum Erwachen zu führen.
In der Zen-Tradition entspricht die Bodhisattva-Ordination der Zufluchtnahme zu den drei Schätzen Buddha, Dharma, Sangha. Bei dieser Zeremonie erhält der Bodhisattva auch die Gebote.
C
Chōka : Die Morgenzeremonie des rituellen Gesangs.
Die Morgenzeremonie ist eine von drei Perioden des rituellen Gesangs, die täglich in einem Zen-Kloster abgehalten werden. Die Morgenzeremonie findet vor Sonnenaufgang in der Haupthalle (Butsuden), nach dem ersten Zazen des Tages, statt. Dabei werden verschiedene Sutren und andere Gebete gesungen. Chōka wird auch als Chōka fugin bezeichnet.
D
Daioshō: Japanischer Titel für die Patriarchen.
Japanischer Titel für die Patriarchen, die während der Morgenzeremonie (Chōka) rezitiert werden. Im Sōtō-Zen ist der Titel „Dai-Osho“ der höchste priesterliche Rang in einer klaren monastischen Hierarchie. Er wird nur noch von „Zenji“ übertroffen, der nur auf Dōgen und Keizan (die Gründer der Schule) sowie auf die derzeitigen oder ehemaligen Äbte der beiden Haupttempel der Schule angewandt wird.
Dharma: Das Wort kann je nach Zusammenhang drei Bedeutungen haben: Das universelle Gesetz, dem alle Lebewesen folgen. Die von Buddha Shakyamuni.gegebene Unterweisung. Kleingeschrieben bezeichnet das Wort jegliches Phänomen, welches es auch sei.
Dokusan: Einzelbesuch eines Schülers beim Lehrer oder Meister
Im Rahmen der Zen-Übung bezeichnet „Dokusan“ den Besuch eines Schülers beim Lehrer oder Meister in der Zurückgezogenheit seines Zimmers. Im Dokusan kann der Schüler zum Zweck der Unterweisung alles besprechen, was die Zen-Praxis betrifft, Probleme oder Einsichten. Der Lehrer oder Meister erhält die Möglichkeit, die Fortschritte des Schülers zu prüfen. Das japanische Wort bedeutet auf Deutsch „Einzelbesuch“ womit die Begegnung mit dem Meister unter vier Augen, im Rinzai-Zen und im Westen teilweise auch im Soto-Zen, gemeint ist. Die besprochenen Inhalte unterliegen der absoluten Vertraulichkeit. Dokusan ist eine der tragenden Säulen der Zen-Übung. Häufig dient das Dokusan der Bearbeitung von Kōans und der Überprüfung des Übungsfortschritts des Praktizierenden. Dokusan unterliegt einem ritualisierten Ablauf, die Rituale unterscheiden sich je nach Schule.
F
Fuse (Dâna auf Sanskrit): Die Gabe. Das Fuse ist die grundlegende Praxis der Nonnen und Mönche der Praktizierenden.Sie ist das erste der sechs Paramitas.
G
Gaetan: Der Bereich vor dem Dojo.
Der Bereich unmittelbar vor dem Dojo, wo es unter bestimmten Umständen möglich ist, Zazen zu machen.
Gassho: Geste des Grußes, des Respektes und der Dankbarkeit
Bei Gassho legt man die Handflächen auf der Höhe des Mundes aneinander, die Ellbogen sind abgewinkelt, die Unterarme parallel zum Boden und verbeugt sich als Zeichen der Achtung. In einem Zen-Dojo zeigt Gassho auch den Beginn und das Ende einer Handlung an. So drückt man die ihr entgegengebrachte Aufmerksamkeit aus.
Gasshō bezeichnet im japanischen Buddhismus eine grundlegende Grußgeste (Mudra) und bedeutet wörtlich „zusammengefügte Handflächen“, Geste des Grußes und Respektes, der Dankbarkeit oder der Verehrung, bei der die Handflächen auf Gesichtshöhe zusammengeführt werden. Gasshō wird im Zen beim Betreten der Zen-Halle (Zendō), vor dem Zazen und je nach Zenlinie auch bei anderen Ritualen praktiziert und signalisiert zusätzlich den Respekt vor der Übung.
Diese Geste schafft von selbst Einheit und Harmonie. Gasshō ist die japanische Übersetzung des Sanskrit-Begriffs añjali mudrā, was wiederum die Geste aus der indischen Begrüßung Namaste ist, die sich auch in anderen Ländern findet.

Gen-maï: Reissuppe mit Gemüse, die die Praktizierenden jeden Morgen nach dem Zazean in ritueller Weise essen.
Godo: Der Verantwortliche für die Unterweisung in einem Dojo oder in einem Tempel.
Ino: In einem Zen-Tempel und bei Sesshins, die für den Ablauf der Zeremonien verantwortliche Person. Oft stimmt der Ino die Sutren an und die anderen Praktizierenden richten sich nach ihm bezüglich Tonfall und Rhythmus.
K
Kusen: Vom Meister gegebene mündliche Unterweisung während Zazen.
Kin-hin: Langsames meditatives Gehen.
Sehr langsames Gehen zwischen zwei Zazen-Hälften. Bei jeder Einatmung macht man einen halben Schritt nach vorne und während der Ausatmung drückt man mit dem ganzen Körpergewicht Richtung Boden. Die rechte Hand umfasst die linke Faust auf der Höhe des Sonnengeflechts. Die Unterarme sind parallel zum Boden.
Kyosaku: "Stab des Erwachens".
Während Zazen kann der Praktizierende darum bitten, den Kyosaku zu erhalten. Der Meister schlägt dann mit dem Kyosaku auf eine bestimmte Stelle der Schulter, was entspannend wirkt und hilft, Zazen unter guten Bedingungen fortzusetzen. Es handelt sich keinesfalls um eine brutale Maßnahme oder Bestrafung.
Kesa: Gewand der Weitergabe der Unterweisung.
Großes Stück Stoff, das Nonnen und Mönche während Zazen und Zeremonien tragen. Das Kesa ist das Gewand der Weitergabe der wahren Unterweisung seit Buddha. Es ist immer neutral, erdfarben. Traditionellerweise nähen Mönche und Nonnen ihr Kesa selbst.
Karma: Das Gesetz von Ursache und Wirkung.
Der Begriff bedeutet wörtlich "Handlung". Im Buddhismus bezeichnet er auch die guten oder schädlichen "Früchte", die die Handlung haben wird und die nicht ausbleiben werden. Man spricht vom Karma des Körpers, der Worte und des Denkens. Im Konzept von der Verantwortlichkeit nimmt das Karma die zentrale Stellung ein. Der Praktizierende kann lernen, durch die Aufmerksamkeit, die er jeder seiner Handlungen entgegenbringt, dem Karma eine andere Richtung zu geben.
Kito: Ritual um positive Energie zu fokussieren und Leid zu lindern.
Fürsprache-Ritual, um einer Person mit großen körperlichen oder seelischen Schwierigkeiten zu Hilfe zu kommen.
M
Mondo: Öffentlicher Dialog zwischen Leher und Schüler.
Rituelle Fragerunde mit dem Meister Meister nach dem Zazen, in Anwesenheit der Praktizierenden.
O
Oryoki : Traditionelle Esschalen, in denen Praktizierende ihre Mahlzeiten einnehmen. Das Öffnen und das Verschließen der Oryoki ist mit einem Ritual verbunden.

P
Pai: Rituelle Verbeugung oder Niederwerfung.
Pai ist eine rituelle Verbeugung oder Niederwerfung zum Zeichen der Ehrerbietung bei allen Handlungen, wobei man sich ganz auf den Boden (gotai tôchi) niederwirft. Praktizierende machen normalerweise drei Pai (Sanpai) vor und nach dem Rezitieren der Sutren bei den Morgen (Chōka)- und Nachmittagszeremonien und bei anderen Gelegenheiten. Das japanische Wort pai bedeutet im Deutschen „Niederwerfung“. Die rituellen Niederwerfungen, bringen die tiefe Achtung und Dankbarkeit körperlich zum Ausdruck
Paramita: Tugendhafte Praxis.
Die sechs Paramitas sind: die Großzügigkeit oder das Geben (Fuse), Einhalten der ethischen Gebote oder Selbstdisziplin(Jikai), Unermüdlicher Einsatz, Fleiß oder Tatkraft (Shōjin), Geduld oder Sanftmut (Ninniku), die Anstrengung, Versenkung oder meditative Konzentration (Zazen) und die Weisheit oder die Erkenntnis der Wirklichkeit (Chie).
Zusammen bilden diese Übungen den Weg des Bodhisattva, um Erwachen zum Wohle aller Wesen zu erlangen.
R
Rakusu : Kleines Kesa, das an Trägern aus Stoff befestigt ist. Mönche, und Nonnen und Bodhisatvas es sich bei bestimmten Anlässen um den Hals.

S
Samu: Gesamtheit der Aufgaben, die für das gute Funktionieren des Dojos und der Gemeinschaft (Sangha) erledigt werden müssen.
Sangha: Gemeinschaft der Praktizierenden
Sanpai: Drei Niederwerfungen die die tiefe Achtung und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.
Drei Verbeugungen oder Niederwerfungen (pai) zum Zeichen der Ehrerbietung bei allen Handlungen, wobei man sich ganz auf den Boden (gotai tôchi) niederwirft. Die dreimalige Verbeugung steht für die drei Arten von Handlungen, die der Körper, die Sprache und der Geist ausführen. Mönche und Nonnen machen das normalerweise vor und nach dem Rezitieren der Sutren bei den Morgen (Chôka)- und Nachmittagszeremonien und bei anderen Gelegenheiten. Im Wort Sanpai bedeutet, san „sich beteiligen“ (gleichgeschrieben mit der literarische Schreibung der Zahl Drei san) und pai „Niederwerfung“. Die Niederwerfungen, bringen die tiefe Achtung und Dankbarkeit körperlich zum Ausdruck.

Sesshin: Mehrtägige Periode intensiver Praxis
Shashu: Handhaltung beim meditativen Gehen (Kinhin)
Handhaltung, mit der man sich im Dojo fortbewegt. Der linke Daumen wird von der linken Hand umfasst. Die rechte Hand umfasst die linke Hand. Das Ganze liegt auf der Höhe des Brustbeins. Die Handinnenflächen sind gegen den Körper gerichtet. Die Vorderarme sind horizontal und parallel zum Boden.
Shusso: Dieser Begriff bedeutet "erster Mönch". Der Shusso ist verantwortlich für eine andachtsvolle Atmosphäre im Dojo und vor allem während Zazen.
Sûtra: Das Wort kann je nach Zusammenhang unterschiedliche Bedeutungen haben:
Es bezeichnet zunächst die Texte, die die Buddha Shakyamuni zugesprochenen zugeschriebene Worte wiedergeben.
Es kann auch die grundlegenden Texte der buddhistischen Schulen einer der großen Traditionen des Buddhismusbezeichnen. Im Zen zum Beispiel das Sandokai von Meister Sekito oder das Fukanzazengi von Meister Dogen.
Es bezeichnet schließlich auch die Gesänge der Gemeinschaft während der Zeremonien.
T
Tanto: Dieser Ausdruck bedeutet "Meister der Tan", also der kleinen Podeste (Tan), auf denen die Mönche und Nonnen in japanischen und westlichen Tempeln Zazen machen. Der Tanto ist in einem Dojo oder Tempel dafür verantwortlich, dass alles gut funktioniert. Er achtet besonders darauf, dass der "richtige Geist" herrscht. Er kann sich an die Shussos wenden, um ihnen Hinweise für eine Verbesserung der Atmosphäre im Dojo oder Tempel zu geben. Er kann sich an die Shussos wenden, um ihnen Hinweise für eine Verbesserung der Atmosphäre im Dojo oder Tempel zu geben. Der Tantō nimmt somit eine zentrale Rolle als Führungs- und Bezugsperson während intensiver Übungszeiten (Sesshin) ein. In der Regel handelt es sich dabei um ein erfahrenes Mitglied der Gemeinschaft (Sangha), das eng mit anderen Verantwortlichen wie dem Abt oder Lehrer zusammenarbeitet.
Teisho: Vortrag des Meisters über der die Lehre oder Praxis.
Tenzo: Der Küchenverantwortliche in einem Tempel und bei Sesshins.
Er muss seine Aufgabe mit einem Geist des Erwachens erfüllen und aus der Arbeit in der Küche und aus der zubereiteten Nahrung eine Gelegenheit für sich und die anderen erschaffen, um zu erwachen.
Z
Zafu: Meditationskissen.
Zafuton: Matte, auf die man das Zafu legt.

Zazen: Sitzmeditation.
Die Zazen-Haltung ist sehr genau definiert. Die Beine sind gekreuzt, der Rücken ist gerade, die Schultern und der Bauch sind entspannt, die Finger der linken Hand liegen auf den Fingern der rechten Hand. die Daumen sind waagrecht, die Augen halb geschlossen. Die Atmung ist tief und natürlich. Die ganze Aufmerksamkeit liegt auf der Haltung und Atmung. Die geistige Aktivität beruhigt sich, ohne dennoch ganz zu verschwinden. Wir hören einfach nur auf, ihr neue Nahrung zu geben und uns mit ihr zu identifizieren. Meister Deshimaru pflegte zu sagen: "Während Zazen finden wir den normalen Zustand von Körper und Geist wieder.
Zen: Wort, das auf das chinesische "Chan" zurückgeht, das selbst wiederum auf das Sanskrit-Wort "Dhyana", Meditation, zurückgeht.
